Australisches Blatthühnchen

(Irediparra gallinacea)

 

 

 

Das australische Blatthühnchen sieht aus wie ein Teichhuhn. Es wird jedoch der Regenpfeiferartigen untergeordnet. Es lebt auf den Gewässern in Nordaustralien, welche eine Oberfläche haben, die mit Seerosen bedeckt ist.

Sein besonderes Merkmal sind seine langen Zehen. Vom hinteren Zeh misst die Kralle ca. 7 cm. Von vorne bis hinten gemessen, spannen sie sogar bis über 20 cm. Fast die gleiche Länge misst es vom Schnabel bis zur Schwanzspitze! Mit den langen Zehen ist es für das Blatthühnchen kein Problem, über die Wasserpflanzen zu spazieren.

In der Brütezeit baut das Blatthühnchen aus Pflanzenteilen, welche locker aufgeschichtet sind, ein Flossnest. Dieses ist dafür bestimmt, die Eier hineinzulegen. Sind die Eier gelegt, so übernimmt von nun an das Männchen. Das Männchen brütet die Eier, indem es sie zwischen die Körperseiten und die Flügel nimmt. Dies tut es aus Sicherheit, damit die Eier nicht nass werden, würde es sich daraufsetzen. Da sich jedoch das Flossnest dauernd mit Wasser vollsaugt, sinkt das ganze immer etwas tiefer. Das Männchen stockt nun jedoch das Nest nicht mit neuen Pflanzen auf, sondern baut sich ein neues Nest. Die Eier klemmt es sich unter die Flügel und transportier sie ins neue Nest. Es kann sein, dass das Männchen mehrere Nester bauen muss, bis die Jungen schlüpfen. Dieses Verhalten ist übrigens nur bei dem Blatthühnchen bekannt. Bei anderen Flossnestbauern wird das Nest laufend wieder aufgestockt mit neuem Material.

Wenn die Jungen schlüpfen, werden sie ebenfalls vom Vater umsorgt. Sie können meist schon nach einer kurzen Zeit laufen. Mit Hilfe des Vaters lernen sie Insekten und andere kleine Lebewesen zu suchen um sich zu ernähren. Bei diesen ersten Versuchen fallen die Jungen auch öfters noch ins Wasser, da sie sich noch nicht so sicher bewegen auf den Wasserpflanzen. Der Vater nimmt sie von Zeit zu Zeit unter seine Flügel, um sie zu trocknen und zu wärmen.

Während das Männchen die Eier ausbrütet und sich um die Jungen kümmert, ist das Weibchen bereits wieder auf der Suche nach einem anderen Männchen. Häufig legt es kurze Zeit später wieder 4 Eier. Das Weibchen kann bis zu vier Männchen mit vier Eiern beglücken, und dies gleich zweiml hintereinander in der gleichen Brutsaison. Somit legt es also bis 32 Eier in Viererportionen, welche es dann von vier verschiedenen Männchen ausbrüten lässt.