Seekühe

(Sirenia)

 

Obschon die Seekühe keinerlei Hufe besitzen, gehören sie zu der Gattung der Huftiere. Genaugenommen in die nähere Verwandtschaft der Elefanten. An diese erinnert jedoch rein äusserlich nur ihre Grösse. Sie können ca. drei bis viereinhalb Meter lang werden. Eine ihrer Arten, die Stellersche Seekuh, wurde gar ca. acht Meter lang und ganze vier Tonnen schwer. Sie hat als einzige der insgesamt 5 Arten Seekühe in kaltem Wasser, der arktischen Beringsee, gelebt. Leider wurde sie jedoch schon vor 200 Jahren ausgerottet. Die übrigen Arten leben alle in warmen Küstengewässern und teilweise in Flüssen Süd- und Mittelamerikas bis Florida, Afrikas, Asiens und Australiens. Leider sind aber auch sie ale mehr oder weniger vorm Aussterben bedroht.

Die Art, welche in der tropischen Küste von Australien vorkommt, ist der Dugong (Dugong dugon). Auch sie ist in weiten Gebieten bereits schon ausgerottet. Verbreitet ist sie noch im Indischen Ozean und im Pazifik an Küsten, wo die Temperatur des Wassers nicht unter 18°C sinkt.

Die Feinde der Seekühe sind grosse Haie, Schwertwale und Salzwasserkrokodile. Obwohl sie eine imposante Grösse haben, sind harmlos und völlig wehrlos. Eine Hauptgefahr für die Tiere sind auch Fischnetze. In diesen verfangen sie sich immer wieder, vorallem auch, da sie als Säugetiere immer wieder an Oberfläche zum Atemholen müssen. Die Seekühe haben zwar grosse Lungen und können bis über acht Minuten unter Wasser bleiben, ertrinken aber meistens in den Fischernetzen.

Die Seekühe ernähren sich rein vegetarisch, nämlich von Wasserpflanzen. Hauptsächlich von Seegras, das sie bis in eine Wassertiefe von etwa 12 m abweiden.

Meistens leben sie in ruhigen, seichten Buchten. Das Wasser ist meist ziemlich trüb. Sie in Gruppen, meist einige Dutzend bis mehrere Hundert Tiere, zusammen. Im Laufe des Jahres wandern diese Gruppen höchstens ca. hundert Kilometer, bleiben jedoch etwa in der gleichen Gegend.

Die Seekühe sind sehr ruhige Tiere. Normalerweise bewegen sie sich auch ziemlich langsam vorwärts. Sie können jedoch auf einer Flucht eine Geschwindigkeit von ca. 22 km/h entwickeln. Den Hinterkörper bewegen sie beim Schwimmen wie die Wale auf und ab. Sie treiben sich nur mit den Schlägen der zu fischschwanzähnlichen Flossen umgestalteten Hinterfüsse vorwärts. Währenddessen liegen die Vorderfüsse am Körper an.

Mit etwa 10 bis 15 Jahren erreichen die Dugongs die Geschlechtsreife. Das Weibchen bringt meistens ein Junges, jedoch selten Zwillinge zur Welt. Dies geschieht etwa 1 jahr nach der Paarung. Den Platz den es sich aussucht ist meist in einer seichten Bucht, welche vor Haien geschützt ist. Während einem Jahr, vielleicht auch während zwei, bleibt das Junge bei der Mutter. Während Monaten ist das Junge sozusagen immer in Hautkontakt mit ihr. Entweder saugt es an den Zitzen, welche sich zwischen den Vorderbeinen der Mutter befinden oder es reitet auf deren Rücken.

Dugongs können über 50 Jahre alt werden. Diese Lebenserwartung haben nur ganz wenige Säugetiere.