Die grosse "Barriere" im Meer wurde hauptsächlich von Tieren gebaut. Und zwar sind diese winzig, durchschnittlich kaum mehr als zehn Millimeter lang. Es sind die Korallenpolypen. Sie sind ganz einfach gebaute Organismen. Ihr Körper ist sackförmig und besitzt eine Mundöffnung, welche umgeben ist von einem Kranz von Tentakeln. Der Körper selber steckt in einem becherförmigen Kalkgehäuse. Bei den meisten Arten sind tagsüber auch die Tentakel oder Fangarme darin verborgen.

 

 

Es gibt Korallen in einer riesigen Artenzahl. Ihre Kolonien haben ausserordentlich vielfältige Formen. Aussehen können sie wie Farnpflanzen, Hirschgeweihe, kleine verzweigte Bäume, wie Pilze, von zahllosen Windungen durchfurchte Gehirne oder auch lose, aufeinander geschichtete Teller. Es gibt solche, die leuchten in strahlenden Farben. Andere wiederum sind ganz unscheinbar. Und bei einigen Arten sind die Skelette nicht hart, sondern weich wie Leder.

 

 

 

 

 

 

Sie kommen in allen Meeren bis in die Polarzonen vor. Ihre Schönheit und ihr Artenreichtum wird umso grösser, je wärmer das Wasser ist. Korallen können nur in tropischen Gewässern, wo die Temperaturen nie oder nur für kurze Zeit unter 21°C sinkt, Riffe bilden. An der Ostseite der Kontinente sind stets die grössten Riffe. Kalte Meeresströmungen behindern an der Westseite die Korallen in ihrer Entwicklung.

 

 

 

Die Korallen strecken ihre Tentakel nur bei Dunkelheit aus. Da sie dabei aussehen wie Blumen oder kleine Bäumchen, hielt man sie lange Zeit für Pflanzen. Im 18. Jahrhundert schliesslich erkannte ein französischer Chirurg namens Jean A. Peysonnel, dass diese angenommenen Blüten Fangarme von Tieren sind.

 

 

  Die Geweihkoralle (Acropora)

Sie sind ein von unzähligen Formen von Steinkorallen (Madreporaria). Sie sind ein Teil von Korallenarten, welche das grosse Barrier Reef bilden. Die grossen, fladenförmigen Korallenstöcke, welche man im Hintergrund sieht, gehören zur selben Gattung und heissen Acropora hyacinthus.

 

Die Korallen ernähren sich von winzigen, im Meer freischwebenden Tierchen, sogenannte Zooplankton. In den Tentakeln sitzen mikroskopisch feine Fäden in Zellen, die bei Berührung ausgeschossen werden und in den Körper des Opfers dringen. Die Beutetiere werden von einem Nesselgift, welches sich an diesen Fäden befindet, gelähmt. Sie gelangen dann mit einem Wasserstrom, welcher von feinen Geisseln an den Tentakeln verursacht wird, zur Mundöffnung oder werden mit den Tentakeln dorthin geführt.

Die Fortpflanzung der Korallenpolypen erfolgt sowohl über Samen- und Eizellen als auch durch Körperteilung. Die männlichen Polypen stossen in grossen Mengen Samenzellen aus, welche z einem kleinen Teil von weiblichen Polypen eingestrudelt werden und die Eier befruchten. Daraus entstehen freischwebende Larven. Von ihnen wird allerdings nur ein kleiner Teil an eine günstige Unterlage gespült. Auf dieser Unterlage dann sondern sie Kalk ab. Dieser klebt auf der Unterlage fest und bildet um das Tier einen schützenden Mantel. Man nennt dies das "Aussenskelett". Wenn ein Polyp dann seine volle Grösse erreicht hat, wächst ihm ein knospenartiger Anhang. Daraus entsteht ein neuer Polyp. Dieser scheidet dann ebenfalls einen Kalkmantel aus. Die Polypen vermehren sich auf diese Weise, und unter günstigen Voraussetzungen, in sehr raschem Tempo und bilden auch bald eine ganze Kolonie von Hunderten, Tausenden und schliesslich auch Millionen von Einzeltieren. Die Kalkskelette, welche nun miteinander verbunden sind, werden schliesslich zu Korallenstöcken. Diese sehen wie bizarr geformtes Gestein aus. Diese Stöcke können nun, im Laufe von Jahrtausenden, zu Riffen heranwachsen. Der Körper solcher Riffe besteht zum grössten Teil aus Skeletten von abgestorbenen Polypen. Die Oberflächen aber bestehen aus lebenden Kolonien.

 

 

Stylopora-Mordax

Dies ist ein Stock Stylopora-Mordax-Korallen.